Atelier Brunngasse 53 8400 Winterthurhttp://map.search.ch/winterthur/brunngasse-53

Die Malerin

Kann ein Bild gleichzeitig archaisch und modern sein? Es kann, wie Monika Klötzli beweist. Sie kombiniert in ihren Werken ein modernes Verständnis von Raumgestaltung mit Oberflächenstrukturen, die an uralte Höhlenmalereien erinnern. Durch erdige Farben und hauchdünnes Blattgold scheinen Zeichen wie Runen, die den Betrachter unwillkürlich nach den versteckten, alten Botschaften suchen lassen. Rauhe Strukturen werfen ihre Schatten, die sich je nach Lichteinfall verändern.

Dadurch wirken die Bilder aus der Ferne und aus der Nähe. Bei jeder Distanz sind es andere Elemente, die einen in ihren Bann ziehen. Typisch für das Schaffen der Künstlerin ist auch die Mehrteiligkeit der Bilder. Fast alle bestehen aus zwei Teilen, einige sogar aus deren drei.

„Oft male ich einen Teil für sich, und empfinde erst danach das Bedürfnis, einen zweiten oder dritten dazu zu stellen“, sagt Monika Klötzli. So werden dann die einzelnen Flächen zu Kapiteln einer Geschichte, die nur komplett ist, wenn alle Teile erzählt sind. „Decken Sie mal einen der Teile ab“, fordert die Künstlerin den Betrachter auf. „Dann fehlt etwas. Nur ein Teil ist einsam. Und wenn ich das so sehe, kann ich nicht anders, als ihm einen Begleiter zu geben. Ich denke, man sollte nicht allein sein. Menschen sollen Teil einer Gemeinschaft sein, dazu gehören.“

Und plötzlich erkennt der Betrachter in den abstrakten Formen auch Charaktere, die in Beziehung zu einander stehen, die Paare oder Gruppen bilden. So vermitteln viele der Bilder Zusammengehörigkeit, Zweisamkeit und Intimität. Aber auch die Fragilität einer Beziehung. Risse durchziehen die Flächen. Grenzen sind verwischt. Die Formen fransen aus. „Mich interessieren die Augenblicke, in denen das Leben anders verläuft, als man es sich vorgestellt hat. Ob schmerzlich oder beglückend; es sind die bewegendsten. Da kommt es drauf an, was man aus diesen Situationen macht.“

Zuweilen ist die Farbe dick und in mehreren Lagen aufgetragen, dennoch wirken die Gemälde – selbst in grössten Formaten – niemals wuchtig. Monika Klötzlis Werk ist von sensibler Vielschichtigkeit.